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Dampf und Nostalgie

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Unverwüstlich. Im September fährt eine Dampflok von Luxemburg nach Bregenz. Die 60-Jährige lässt die Herzen aller Eisenbahnfreunde höher schlagen.

Eigentlich hatte sie sich bereits aufs Altenteil zurückgezogen. Von 1964 bis 1990 stand die 5519 regungslos im Bettemburger Park, wo sie der Lokführer und Bürgermeister Louis Ganser vor der Verschrottung gerettet hatte. Dann fiel die Berliner Mauer und die Lokomotive aus der Baureihe 42 der Deutschen Reichsbahn erlebte ihren zweiten Frühling: In Meiningen in der früheren DDR wurde sie wieder betriebsfähig gemacht. Heute ist sie die Einzige von 860 Geschwistern, die noch aktiv ist. Für sie haben Luxemburger Eisenbahnfreunde eine Vereinigung ohne Gewinnzweck, die «5519 asbl», gegründet.
Am 20. September tritt die alte Dame, die kürzlich zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der Luxemburger Eisenbahn auf einheimischen Schienen zu bewundern war, ihre bisher längste Reise, nach Bregenz, an. Ehe sie das österreichische Ufer vom Bodensee erreicht, wird sie die vielen Steigungen der Schwarzwaldbahn und die ansteigende S-Kurve bei Triberg bewältigen.
«Alte Damen muss man schonen», lächelt Claude Baltes von der Vereinigung 5519. Deshalb wird der Dampfsonderzug höchstens 70 Kilometer in der Stunde zurücklegen. Die vier alten grünen Wegmann-Wagen, die 300 Plätze haben, werden nur 60 bis 80 Passagiere aufnehmen, des Restaurants und der Bequemlichkeit wegen.
Weshalb fahren erwachsene Männer und Frauen ausgerechnet mit einem derart langsamen Zug für sieben Tage an den Bodensee? «Es ist der gewisse Kick», meint Claude Baltes, «der Reiz, dabei zu sein.» Eine Mischung aus Dampf und Nostalgie.
Ein praktisches Argument hat er auch: Ohne Umsteigen von Luxemburg nach Bregenz fahren, ist im regulären Fahrplan der Bahn nicht möglich. 

> TEXT: ROMAIN MEYER
> FOTO: THIERRY MARTIN

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