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Die Fouer der anderen

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Blick über die Grenzen. Was den Luxemburgern die Schueberfouer, ist unseren Nachbarn die Kirmes, die Foire, der Jahrmarkt und das Schützenfest.

Die Rheinwiesen in Düsseldorf
Die Grösste Kirmes am Rhein

Als Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen ist Düsseldorf mit seinen 582.000 Einwohnern die achtgrößte Stadt Deutschlands. Im 12. Jahrhundert wird der Ort zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Nach den verheerenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg entwickelt sich Düsseldorf zur Messestadt und Modemetropole. Die Königsallee lädt zum gehobenen Einkaufsbummel ein. Viele Bauten stehen unter Denkmalschutz. Heute prägen Hochhäuser sowie die sieben Rheinbrücken - vor allem die Oberkasseler- und die Rheinkniebrücke – das Bild der von Grünanlagen gezierten Stadt. Düsseldorf zeichnet sich durch seine gemütliche und zugleich dynamische Atmosphäre sowie seine künstlerische Kreativität aus. Die Stadt lädt auch zum gastronomischen Erlebnis ein. Die zahlreichen Straßencafés und Bistrots haben ihren eigenen Charme. Man spricht von der «längsten Theke der Welt».
Das Schützenfest geht auf den St.-Sebastianus-Schützenverein Düsseldorf 1316 e.V. zurück. Anlass ist das Fest des Stadtpatrons, St. Apollinaris von Ravenna, sowie das Kirchweihfest der Basilika St. Lambertus in der Altstadt. Der Ablauf der Spieltage ist streng geregelt. Seit 1901 sind die Oberkasseler Rheinwiesen Austragungsort. In den Siebziger Jahren setzte sich der Name «Größte Kirmes am Rhein» durch.
Allein die Kulisse lässt des Kirmesnarren Herz höher schlagen. Von der Rheinpromenade kann man abends den Blick auf das bunte Lichtermeer der Kirmesattraktionen genießen. In Düsseldorf treffen wir viele bekannte Schausteller, wie Kaiser, Löwenthal oder Schneider. Familie Bruch ist hier zu Hause. Auf 17 ha stehen fast alle Fahrgeschäfttypen. Mit 4,2 Millionen Besuchern in neun Tagen und einem Tagesdurchschnitt von 470.000 Besuchern gehören die Rheinwiesen zu Deutschlands Top-Plätzen.
Die Schwarzwald-Christel, das Café Grell oder auch das Füchschen-Zelt sind weitere Musts für den Rheinwiesenbesucher. Im Europadorf kann er frisch zubereitete Spezialitäten von der italienischen bis zur französischen Küche verkosten. Die zahlreichen Ausschänke bieten Gemütlichkeit mitten im Trubel.

Die Foire de Nancy
Eine gediegene Innenstadtkirmes

Nancy ist die Hauptstadt des Département Meurthe-et-Moselle. Sie zählt etwa 105.000 Einwohner. Ihre Ursprünge gehen ins 11. Jahrhundert zurück. Mit fast 500 Jahren Universitätstradition und zahlreichen kulturellen Einrichtungen versprüht Nancy Kreativität. Die Rue des Maréchaux wird wegen ihrer kulinarischen Angebote Rue gourmande genannt. Die Fußgängerzone in der Altstadt lädt zum gediegenen Stadtbummel ein. Nancy bietet neben den herrlichen Stadtparks eine Fülle an historischen Bauwerken. Eine der Hauptattraktionen ist der Place Stanislas, familiär Place Stan genannt. Mit seinen neoklassisch gestalteten Prachtbauten verbindet er die Neustadt mit der Altstadt. Seit 1983 sind der Place Stanislas, der Place de la Carrière und der Place de l’Alliance als Weltkulturerbe der Unesco geschützt.
Die Spuren eines Jahrmarktes in Nancy reichen bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der Termin wurde um das Fest des Heiligen Epvre festgelegt. Nach mehreren Umzügen zog die Foire de Mai schließlich 1859 auf den Place Carnot und den Cours Léopold und dauerte neun Wochen. Um 1910 kam es wegen der Geräuschkulisse zum Streit mit den Anrainern. Auch heute noch dürfen die Fahrgeschäfte tagsüber keine Musik spielen, aus Rücksicht auf die am Platz liegende Universität. 1959 verlegte man die Kirmes aus praktischen Gründen in den April. Der von etwa 1,2 Millionen Menschen besuchte Festplatz mit seinen 150 Geschäften ist gepflegt und strahlt Ruhe aus. Donnerstags ist geschlossen. Hier treffen wir viele Stammbeschicker der Luxemburger Schueberfouer, u.a. den Super Railway von Paillet, den Breakdance von Marc, das Carroussel Galoppant von Kopp, den Shakers von Henrique und die Bayern Kurve von
Bozec-Menude.
Die Gourmets kommen im Restaurant Ours Noir auf ihre Kosten. Der Chef und die Chefin kochen selbst. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Creperien und die leckeren Waffeln oder Beignets der Bäckerei Renommée aux Gaufres von de Maria. Die Zauberer fruchtiger Schokoladenträume, Gilbert und
Jeanie Nielsen samt Boxerrüde Max stehen ebenfalls in Nancy.

Die Foire d’Avroy in Liège
Eine Festmeile mit Charme

168 km. Liège ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und zählt rund 190.000 Einwohner. Die Stadtgeschichte reicht nachweislich bis ins 6. Jahrhundert zurück. Heute gilt der katholische Bischofssitz Liège, mit seiner Universität, als wichtiges kulturelles Zentrum der Großregion. Jedes Stadtviertel hat seinen eigenen Charakter. Sonntags findet am linken Maaskai ein kilometerlanger Markt, der Marché de la Batte statt. Der Place Saint-Lambert, die zahlreichen Prunkbauten des 18. Jahrhunderts, das ehemalige fürst-
bischöfliche Palais oder das Rathaus, die Montagne de Bueren mit ihren 373 Stufen, die Zitadelle, die Kirchen und eines der Museen der Stadt sorgen für tiefe kulturgeschichtliche Einblicke.
Erste Märkte und Messen gab es hier bereits im 14. Jahrhundert. Seit 1687 setzte sich die 15-tägige Foire de novembre durch. 1723 erhielt der nachweislich erste Komödiant die Erlaubnis aufzutreten. Seit 1776 wurden Schausteller (Marionettentheater, Kuriositäten usw.) zugelassen. Mit der Französischen Revolution trat der Viehhandel in den Vordergrund. Die Volksbelustigungen lebten nach 1815 wieder auf. 1859 kommt die Kirmes auf den Boulevard d’Avroy und den Quai du Bassin du Commerce. Die Spielzeit wird auf einen ganzen Monat ausgeweitet: vom ersten Sonntag im Oktober bis zum ersten Sonntag im November.
Das Volksfest wird heute von etwa 1,2 Millionen Menschen besucht, die Atmosphäre ist familiär. Etwa 150 Schaustellergeschäfte – von der Verlosung bis zum Hochfahrgeschäft – stehen beidseitig einer Allee, die allerdings an zwei Stellen durch den Straßenverkehr unterbrochen wird. Es ist übrigens die kürzeste Meile Belgiens. Hier weilen Fouer-Schausteller, wie die Bodets, Dotrements, Franclet-Onderwaters, De Vries.
Mehr als 15 Spezialitäten, vom Krapfen (Beignet), dem Ölbällchen (Croustillant) und den original belgischen Pommes Frites bis zu gebrannten Mandeln und Waffeln (Gaufres liégeoises und Laquemants) erwarten den hungrigen Besucher. 

> TEXT: STEVE KAYSER
> FOTOS: STEVE KAYSER, FOTOLIA, MEV

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